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Das Riffaquarium

Diese Seite soll eine kleine Einführung  für den Neuling in der Riffaquaristik sein und auch dem  Fortgeschrittenen einige Denkanstösse vermitteln - hoffen wir.


RE. Filterung Licht

Strömung

Deko Salz + Wasser + Systeme  Spuren- elemente Das 'Einfahren' Die Calcium- versorgung: Der Besatz Die Pflege
. . . . . . . . . . Weiterbildung

  Wir sind Riff!

Becken:

Nun - gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Formen.

Allen gemein ist die Verklebung mit Silikon.

Ein Meerwasserbecken braucht nicht groß sein, 200 Liter sind schon in Ordnung, jedoch sind die Möglichkeiten von Gestaltung und Diversität bei großen Becken einfach besser.

Schnell ist das kleine Becken nicht mehr ausreichend - daher am besten vor der Anschaffung die mögliche Stellfläche auch auf die Zukunft auslegen.

Der Platz unter dem Aquarium kann mit dem entsprechenden Unterbecken sinnvoll für benötigte Technik genutzt werden, jedoch können auch Nebenräume durch entsprechende Verrohrung, die gar nicht einmal aufwändig sein muss, zu einem Technikbereich werden. So unterbleibt das ungeliebte Plantschen mit dem nassen Element im Wohnzimmer und die Pflege reduziert sich dort auf's Scheibeputzen und Fischfüttern.

Stichwort "Nanoriff".

In den letzten Jahren haben sich Kleinstbecken etabliert, die im Allgemeinen von 30 Litern aufwärts bis rd. 150Litern als Nanoriff bezeichnet werden.

Eine preisgünstige Sache, um im kleinen Rahmen mit der Meeresaquaristik zu beginnen oder auch nur das Zweitbecken für den Schreibtisch oder die Küche zu betreiben.

Wer es als Zweitbecken führt, hat es relativ einfach, durch Wasserwechsel aus dem großen Tank die Wasserqualität immer auf dem Optimum zu halten, ansonsten gehört schon viel Fingerspitzengefühl dazu.

Für Anfänger nicht immer einfach, schon gar nicht, wenn man es aus Kostengründen macht und dabei dann  solch wichtige Dinge wie das Messen der wichtigen Wasserparameter hinten anstellt.

Da kosten dann ordentliche Wassertests schon oft mehr, als das Nanokomplettset :-)

Sei's drum, mit der notwendigen Aufmerksamkeit entwickelt sich auch ein solches Minibiotop bestens.

Aber daran denken: eine Koralle hört nicht deswegen auf zu wachsen, nur weil das Aquarium klein ist.

Nötigenfalls nimmt sie eine quadratische oder rechteckige Form ein:-) - also wird hier das "Korallengärtnern" eine notwendige Pflicht.


   

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Filterung: 

Ist im klassischen Sinne überflüssig – zumindest im Korallenriffbecken mit viel Lebendgestein als Dekorationsaufbau.

Die wichtigen Abbauprozesse der Umwandlung von Nitrit in Nitrat sowohl der Abbau des Nitrates selber finden hier statt.

Früher übliche Riesel- und Topffilter haben sich als überflüssig erwiesen und im schlimmsten Fall sogar als Produzenten von Nitrat.

Ihre Berechtigung hatten sie seinerzeit aufgrund des Einsatzes von Lochgestein u. äh. als Deko, die nur ihre Oberfläche als Siedlungssubstrat für Abbaubakterien zu Verfügung stellten. Lebendgestein ist porös durch und durch und bietet eine unendliche Fläche an Siedlungsraum.

Dazu kommt, dass im  sauerstofflosen Inneren des LS der Abbau von Nitrat (Denitrifikation) stattfindet.  

Beim bakteriellen Abbau entstehende Säuren halten die Porigkeit des Lebendgesteins auf Dauer funktionsfähig. Im Gegensatz von anderen, künstlichen Dekomaterialien, die ihre Porösität nach kurzer Zeit verlieren.

Der kleinere Topffilter dient heutzutage in der Hauptsache dem Einsatz von Aktivkohle, phosphatbindenden Mitteln usw. - Besser allerdings sind speziel dafür hergestellte Wirbelbettfilter, die das Filtermaterial in Schwebe halten.

 

Wasserdurchsatz Filterbecken (Technikbecken)

Das Technikbecken dient in der Hauptsache der Unterbringung von Eiweisabschäumer, Wirbelbettfilter und Kalkreaktor, bei denen, die mit Kalkreaktor  (Kalki) fahren.

Der wasserdurchsatz war bei anfänglichen Technikbecken mit der 10-fachen Wassermenge des Hauptbeckens beschrieben, was dem damaligen Einsatz von Rielfiltern geschuldet war. Eine 2 - 3-fache Umwälzung recht jedoch. Es nützt wenig, einen höheren Durchsatz zu bringen, wenn der üblich Abschäumer grad mal die 1.fache Beckenmenge schafft.

Eine 10fache Umwälzug ist in jedem Fall überflüssig.

Bei ausreichender Größe des TB lässt sich ein Algenfilterabteil  (Beleuchtung) mit einbringen oder der Aquarianer nutzt diesen Teil zur Unterbringung von Ablegern oder sonstigen Bewohnern.

Nicht zu vergessen, die zusätzlich Wassermenge, die dem System zur Verfügung steht. Es geht nichts über's Wasservolumen. Kann auch durch dazugeschaltete separate Tanks erreicht werden.

 

Abschäumer:

im weitesten Sinne gehört der Abschäumer zur  Filterung. Zwar wird nichts gefiltert, jedoch werden Proteine durch die Luftbläschen aus dem Wasserkreislauf entfernt, bevor diese sich zersetzen und das Wasser belasten. 

Gleichzeitig lagern sich aber auch nützliche Elemente an, die  mit entsorgt werden. ( und somit in Form des ausreichenden Wasserwechsels oder durch Spurenelementezugaben wieder ergänzt werden müssen ) 

Der Abschäumer hilft auch bei der Anreicherung des Wassers mit notwendigem Sauerstoff . So kann es in stark besetzten Becken bei Ausfall des AB zu Sauerstoffmangel kommen. Das ist zwar für unsere Korallen nicht besonders tragisch, allerdings sind Fische dafür recht anfällig.

Durch Zuführung von Ozon werden sich im Wasser ansammelnde Gelbstoffe aufgespalten war zu einer entsprechenden Klarheit/ Lichtdurchlässigkeit führt. Alternativ kann Aktivkohle zum gleichen Zweck eingesetzt werden.

Die Größe des Abschäumers richtet sich in der Regel nach der Größe des Aquarium, bzw. nach den zu erwartenden Belastungen. Diese werden im reinen Fischbecken viel größer sein, als in gut bewachsenen Korallenbecken.

Trotzdem wird vielfach noch die Meinung geäussert, dass ein Abschäumer nicht groß genug sein kann. Das stimmt so nicht! Die Angabe der Beckengröße, welche ein Abschäumer bearbeiten kann, dient u. E. lediglich als Richtung, um dem Aquarianer etwas als Anhaltspunkt zu geben.

Unsere alte Zucht-/Verkaufsanlage bestand aus einem Wasserkreislauf mit rd. 11.000 Litern und einem Eiweisabschäumer, der für Beckengrößen von 1500 bis 2000 Litern empfohlen wird.

Nun, wieso das?

Unser damaliges, großes Mutterkorallenbecken mit einem Ablegerbecken war das erste, dass 1997 als Versuch zur Ablegervermehrung  aufgebaut wurde. Seinerzeit konnte nicht erahnt werden, dass der Ablegerverkauf überhaupt potential für einen umfangreichen Geschäftsbetrieb besaß. Und so wurde die Anlage Becken für Becken erweitert - immer mit der Überlegung, bei der nächsten Erweiterung auch mal einen größeren Abschäumer anzuschaffen.

Allerdings ist es bislang nicht dazu gekommen, da keine Notwendigkeit zu erkennen war.

Mit der Wandlung zum biologisch aktivem Becken wurde auch die Übergröße von Abschäumern nicht mehr notwendig. Ist sogar kontraproduktiv, da viele Becken mittlerweile an Nährstoffmangel leiden und der Aquarianer gezwungen ist, mittels Aminosäurenpräparaten etc. wieder Nährstoffe dem Becken zuzuführen......die dann durch zu große AB wieder abgeschäumt werden......!

Noch etwas zur Reinigung des Schaumtopfes....  Seit Anbeginn der Abschäumerzeiten wird geraten, das innere Rohr des Abschäumertopfes möglichst oft zu reinigen, da infolge von Ablagerungen die Leistungsfähigkeit abnähme. Nun haben wir während unserer Umzugsphase mit der KorallenFarm von Dortmund nach Witten mangels Zeit zur Reinigung  keine wirkliche Beeinträchtigung der Leistung bemerkt. Der Topft war immer gut gefüllt. Die Ablagerungen im Inneren des Schaumrohres wuchsen allerdigs auf beeindruckende Stärken von 1 - 2 cm an. Da macht man sich so seine Gedanken.... Logischerweise setzen sich nach Reinigung des Schaumrohres umgehend wieder Beläge dort ab. Das heisst, die saubere Materialoberfläche des Rohres wird unmittelbar durch den ersten, aufsteigenden Schaum wieder "verschmutzt". Ob dies nun 1 mm oder 1 cm stark ist, sollte keinen Einfluss auf die Leistung des Abschäumers haben. Warum auch - Oberfläche bleibt Oberfläche.      Bei 1 und auch bei 10mm Stärke. Wenn man die nach Tagen abgelagerte, dicke Schicht wieder mit Wasser vermengt, erhält man die gleiche Menge an flüssigem Absorbat, w4elches ein oft gereinigter Abschäumertopft auch produziert.

Warum aber haben wir keine Verringerung der Absorbatmenge beobachtet? Wahrscheinlich ist der Grund in der Reduzierung des Rohrquerschnittes durch die    1-cm-starken Beläge zu finden. Die Verjüngerung des Querschnittes hatte ein schnelleres Hochdrücken des Schaums verursacht.

Wenn man nun 1 + 1 zusammenzählt, könnte man zu dem Ergebnis gelangen, das eine seltene Reinigung des Rohres eine deutliche Verbesserung der Abschäumerleistung erzielt.

Oder?

Ein eklatanter Nachteil eines nur wöchentlichen oder noch längeren Reinigungsintervalls ist allerdings der penetrante Geruch nach Verfaultem, dar sich vom Abschäumer her in der Wohnung verbreitet. Hier ist die regelmässige, kurzfristige Reinigung wirklich notwendig.


   

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Licht:

Grundlage allen Lebens und gerade in Aquarianerkreisen viel diskutiert.

Grundsätzlich eignet sich die früher übliche T8-Röhre von Osram in der Kombination der weissen mit der blauen Röhre für jedwede Art von Tierhaltung im Riffbecken - auch Steinkorallen.

Punkt!

Warum sich diese allerdings nicht durchgesetzt hat, mag mit dem Entdecken der HQI-Beleuchtung und deren Forcierung als einzigste Möglichkeit der erfolgreichen Korallenpflege zu tun haben. Oder auch das Verbessern von Salzen, Abschäumertechnik und die Einfuhr von Lebendgestein verschleierte die Notwendigkeit des einzusetzenden Lichtes.

So war es wohl für jeden ersichtlich, dass die HQI viiiiieel heller als die Röhre war - also musste etwas daran sein und deren Siegeszug mit immer stärkeren Brennern begann. Auch wurden die Becken größer und tiefer und keiner schenkte den Röhren noch Beachtung. Höchstens als Blaulichtergänzung zum damals noch recht gelbstichigen Brenner.

Die Röhre geriet als Hauptbeleuchtung in Vergessenheit, bis zu dem Zeitpunkt, als Oliver Pritzel (ATI ) nach einem Besuch beim Aquarianerfreund Manfred Kilgenst. dessen wunderbares Steinkorallenbecken unter dicht gedrängten Osram-Röhren erblickte.

Die T5 Röhre gab es bereits schon, war aber teuer. Nun, kurzum zählte Oliver Pritzel 1 + 1  zusammen und die erste T5-Aquarienleuchte war geboren....

Mittlerweile gibt es etliche Anbieter und die T5 hat aufgrund ihrer gut 1/4 stärkeren Leuchtkraft Ihren Platz in der Riffaquaristik gefunden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die HQI verdrängt wurde - auch hier sind Brenner auf dem Markt, die mit hohen Blauanteilen ein gutes Spektrum zur Lichtnutzung der Korallen bieten.

Bei der Frage nach der Stärke der zu wählenden HQI-Brennerstärke wird immer die Beckenhöhe als Maszstab aller Dinge angeführt. Hier sollte doch differenziert werden, ob Weich-/Lederkorallen oder kleinpolypige Steinkorallen gehalten werden sollen. Wenn nicht beabsichtigt wird, selbst noch auf dem Bodengrund farbige kleinpolypige Steinkorallen halten zu wollen, darf  die Beleuchtungsstärke auch eine Nummer kleiner ausfallen.

Die Röhre lässt durch ihre flächige Ausleuchtung den Korallen allseitig beste Lichtversorgung zukommen, der HQI Brenner zaubert eine Brillanz des Flachwasserbereiches im Riff in unseres Becken.

Die Qual der Wahl hat der Aquarianer........

Ergänzung 4.4.07

Nun, im Allgemeinen werden in der T5-Lichttechnik weisse Röhren immer in Verbindung mit Blauröhren bevorzugt eingesetzt. Zum einen aufgrund der Notwendigkeit von Blaulicht für das Wachstum der Zooxanthellen, zum anderen für die  beliebte bläuliche Ansicht der Riffbecken.

Vor kurzem  jedoch habe ich bei einem befreundeten Züchter Becken mit ausschliesslicher t5-Weisslichtbeleuchtung gesehen. Die Farbenpracht war beachtlich und vor allem, es war auch ein angenehmes Licht im Auge des Betrachters.  Rötlich-/lila Farbtöne kamen bedeutend besser zur Geltung.

Wichtig ist bei der Auswahl von Lampen das Augenmerk auf den Reflektor zu lenken. So wird bei Röhrenlampen durch Einzelreflektoren die Lichtausbeute immer um einiges besser sein als bei Lampen mit einem Gesamtreflektor. Bei letzteren behindert die oft dicht gedrängte Anordnung der Röhren bei fehlenden Einzelreflektoren die optimale Abstrahlung. Solche Lampen in der Regel preiswert, aber ineffektiv. Bei Lampen mit Einzelreflektoren kann mit weniger Röhren gleiches erreicht werden. Sind in der Anschaffung teurer aber im Stromverbrauch über die Jahre gerechnet günstiger. 

Vereinfacht ausgedrückt: bei einer Lampe mit 4 Röhren und Gesamtreflektor kommt nicht mehr an Leuchtkraft zustande, als bei drei Röhren mit Einzelreflektor.

HQI-Lampen sollten einen großen Reflektor aufweisen, um auch hier das Licht der punktförmigen Lichtquelle möglicht breit gestreut über unsere Korallen zu bringen. Für das gesunde Wachstum von SPS ist eine gleichmässige Ausleuchtung empfehlenswert.

Nun, rotes Licht bringt in der Regel Rottöne besser zur Geltung, blaues licht eher blaue Farbtöne.
blaue Korallen unter rotem licht sind eher nur noch blaugrau und rote unter blauem Licht auch recht verwaschen.
Grüntöne können durch beide gut erzeugt werden.
Am gleichmässigsten werden Farbtöne durch "weisse" Röhren angesprochen, die 50/50-Typen.
Eine unter blaulastiger Beleuchtung blau erscheinende Acropora-echinata ist unter 6000 k eine unglaublich lila leuchtende Koralle.
Also - die Qual der Wahl :)
Dann wäre noch darauf hinzuweisen, dass man noch zwischen plakativen und fluoreszierenden Farbpigmenten bei Korallen unterscheidet.
Erstere sind eher durch 50/50 in ihrer Farbgebung zu bestaunen - zweite unter diversen Farbkombinationen

Die Beleuchtungszeit sollte bei SPS-Becken bei einer Röhrenbeleuchtung mind. 12 Stunden betragen,  wobei es dabei nicht auf die Stunde mehr ankommt. Verringerte Lichtzeiten sind aber kontraproduktiv.

Uns zwar in Sachen Farbausbildung und den Umsatz von Nährstoffen - hier in der Hauptsache an Nitrat und Phosphat gedacht.

Es gibt Kunden, die tatsächlich nur 8 Stunden beleuchten (Stromsparen!), dabei Probleme mit zu hohen Nährstoffen und schlechter Farbausbildung der Korallen haben. Kein Wunder bei nur 2/3 der natürlichen Beleuchtungsdauer im Riff. Das gesparte Stromgeld investieren sie dann in den Kauf von Spurenelementen, Bacs und solch Zeugs, um Farbe rein zu bekommen. Klappt aber nicht ohne entsprechnende Beleuchtungszeit/Stärke.

Wer Strom sparen will pflegt Leder-/Weichkorallen u. äh.!

Oder wir landen beim Thema:

LED.....(wobei das Stromsparmärchen von 60% gegenüber herkömmlicher Beleuchtung mittlerweile ausgeträumt ist....wenns hochkommt, bleibt eine Ersparnis von 20%)

aber:

Wenn Kosten keine Rolle spielen, sollte der "Neuaquarianer" darüber nachdenken, sich eine LED-Becleuchtung zu beschaffen.

Anfängliche Kinderkrankheiten scheinen behoben, aber die Idee einer Flächenbeleuchtung zum Erhalt natürlicher Wuchsformen in Verbindung mit bestem Nährstoffumsatz ging dabei (fast) verloren.

Wenn anfängliche LED-Lampen mit Einzel.Leds eine Art "Sternhimmel" bildeten und somit für eine gleichmässige Ausleuchtung sorgten, geht der Trend in die Richtung einer Einzellichtquelle in Form der Emitter . Ein z. B. 50 W Emitter ist nichts anderes, als die Punktbeleuchtung mittels HQI, nur in anderer Leuchtmittelart. D. h., die Koralle bekommt von einer Seite Licht, der Rest liegt im Dunkeln. Abnormer Korallenwuchs kommt dabei zustande und das Potential der dem Licht abgewandten Korallenseite kommt nur noch vermindert zur Geltung.

Wer mal alte Bilder von Acroporen zu Zeiten der Hochzeit der HQI-Lampen anschaut, wird Wuchsformen entdecken, die zum licht hin Äste mit Koralliten ausbilden, an der Unterseite, also im Schatten, nur eine glatte Oberfläche aufweisen. Deutlich im Buch von Dietrich Stüber - Riffbildende Steinkorallen im Meerwasseraquarium - bestens dargestellt. Diese unnatürliche Wuchsform der "stüberschen Acropora" findet man in flächig beleuchteten Becken nicht.

Wobei es ja nicht nur um den Erhalt einer natürlichen Wuchsform geht, auch der Verbrauch an Nährstoffen - hier in der Hauptsache an Nitrat und Phosphat gedacht - kommt einfach zu kurz.

Die Led-Lampe sollte:

1. eine Flächenbeleuchtung für das Becken ergeben

2. eine "Farbverteilung" von weiss/blau von 50/50 haben ( rote oder grüne Leds dürfen zur Farbgestaltung auch dabei sein)

3. steuerbar sein (dimmen)

4. immer etwas stärker gewählt werden, um Lichthungrigen SPS auch mal den Tic mehr an Licht bieten zu können.

....natürlich hochwertige Leds enthalten, Kühlung, gute Verarbeitung, Support des Herstellers etc...

Mittlerweile gibt es Kombileuchten (Hybrid) , die den Vorteil der LED-Emitters als Punktstrahler mit der Flächenbeleuchtung der Röhre vereinigt (z. B. die von (ATI ), die wir über unserem Schaubecken selbst nutzen) oder die flächige LED-Lampe von Triton.

Nachsatz zur Verbrauchsangabe bei LEDs: es hat sich gezeigt, dass bei diversen Anbietern der Gesamtstromverbrauch angegeben wird. D. h. eine 160Watt-Led hat beispielsweise nur 117Watt Licht. Der Rest verschwindet im Vorschaltbereich etc. !!!

Auch im Verbrauch mitgezählte grüne, rote oder "UV-Birnchen" (es baut aber keiner UV -Leds unter 380nm ein) sind zwar Stromverbraucher, tragen aber nur einen recht geringen Teil ihrer Energie zum Korallenwachstum bei und könnten aus der Wattangabe getrost rausgerechnet werden.

UV-Licht

wird in Form der so genannten UV-Wasserklärer zur Verminderung von Keimen/Bakterien des freien Wassers eingesetzt und soll zur Vorbeugung gegen diverse Fischkrankheiten dienen. 

Wir sind der Auffassung, dass ein stark mit Korallen besetztes Becken auch gleichzeitig die freien Keime/Bakterien auf ein gesundes Maß reduziert und somit Krankheiten vermeiden hilft.

Zumindest ich kann mich kaum noch daran erinnern, wann ein Fisch aufgrund irgendwelcher Pünktchen gestorben ist - und das ohne UV.


   

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Strömung: 

Wichtiger Bestandteil des Riffs.

Bringt Sauerstoff und Nahrung zur Versorgung und nimmt Ausscheidungsprodukte mit hinfort.

Auch bei uns im Minisystem des Aquariums - allerdings ist die Entsorgung und  Frischwasserzufuhr wie im Riff nicht ganz so..... (schmunzel).

Der allgemeine Hinweis spricht von rund 10-facher Wasserumwälzung, was jedoch nicht mit dem Hochpumpen bzw. Durchschleusen des Wassers durchs Unterbecken verwechselt werden darf.

Die Förderung vom Unterbecken kann deutlich geringer ausfallen - 2 bis 3-maliges Hochpumpen langt. 

Die notwendige Beckenströmung wird im allgemeinen durch im Becken stationäre Strömungspumpen erzeugt. Wer die aus optischen Gründen nicht möchte, hat die Möglichkeit des direkten Anschlusses von starken Pumpen zur Strömungserzeugung, abgekoppelt vom Unterbecken.

Wichtig ist, dass der Strömungsfluss im Laufe des Korallenwachstums beobachtet wird und falls notwendig ( und es wird notwendig ) durch stärkere oder mehr Pumpen zu ergänzen.

Was  für das spärlich bewachsene, neue Becken noch eine Megastömung bedeutet, ist beim, mit Korallen zugewuchterten Aquarium nur noch ein laues Lüftchen.

Bewährt hat sich auch, eine Hinterspülung des Riffaufbaues, zur Verhinderung von Mulmzonen unter/hinter der Dekoration.

Positiv auf das Beckenklima hat sich der Einsatz von  "Waveboxen" (Fa. Tunze ) Hier wird durch eine leichtes "Hin- und Herbewegen" des Wasserkörper im Aquarium eine Abführung von Abbauprodukten  und Zuführung von Sauerstoff, Nährstoffen und Spurenelementen  bis in den kleinsten Winkel erreicht. Detritus lagert sich nicht an und kann abgefiltert/abgeschäumt werden.


 

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Dekoration:

Im engeren Sinne - alles was zur dekorativen aber auch notwichtigen Einrichtung des Riffs gehört.

Nun, in der Hauptsache gutes Lebendgestein - so zumindest in unserer Überzeugung aus unserer Erfahrung,  nicht zuletzt - der Aufstieg der Haltbarkeit von Korallen in der modernen Meeresaquaristik ging mit dem Einsatz von Lebendgestein einher.

Nicht nur als Original aus dem Riff zur Dekoration unseres naturnahen Lebensraumes, sondern auch zum notwendigen Einsatz für die Denitrifikation - den Abbau von Nitrat unter Sauerstoffarmen Bedingungen innerhalb des Lebendgesteins.

Sicher sind auch andere künstliche Materialien im Handel erhältlich, sollten aber nach unserer Meinung immer nur den kleineren Teil des Riffaufbaus ausmachen.

So gibt es die von der Fa. Korallenwelt hergestellte "Riffkeramik", oder von der Fa. Atoll-Riff-Deko solche aus totem Lebendgestein zusammengefügten Teilen besteht.

Damit lassen sich auch für den ungeübten Riff-Dekorateur schöne Beckeneinrichtungen zusammenstellen.

Auch können kalkhaltige Lochgesteine als kostengünstige Ergänzung genommen werden. Über den Einsatz toten Lebendgesteines - also getrocknete und dadurch günstigere Steine - gibt es geteilte Meinungen, sind aber nach guter Wässerung in Teilen einsetzbar.

Aber merke: Lebendgestein immer als überwiegenden Teil nutzen.

Oft wird auch darüber diskutiert, was besser wäre: frisches Lebendgestein oder gut abgelagertes.

Ersteres wird seinen 'Gammelprozess' im vollen Umfang im frisch eingerichteten Aquarium durchführen, mit all den Phasen der hohen Nitrat-/Phosphatwerte, Schmieralgen etc. etc.  Gut Vorgehältertes verkürzt diese Einfahrphase deutlich und die Wasserbelastung hält sich in Grenzen.

Frisches Lebendgestein bringt mehr Vielfalt an Organismen ins Becken, sagt man. Allerdings halte ich es zumindest für den Einsteiger einfacher, sich gut Vorgehältertes zu besorgen, da eben diese Einfahrphasen oft der Horror schlechthin sind.


Bei gut laufendem Becken dann mal den einen oder anderen frischen Brocken dazuzupacken gibt immer noch die Möglichkeit der Entdeckungsreise. Wobei auch bei o. g.  immer noch enorm viel zum Vorschein kommt. 

Nun braucht nicht eine fertige Riffdekoration in einem Zuge eingebaut werden - das ergibt oftmals nur einen losen Haufen Gesteins - es lässt sich auch über Wochen durch stöbern in einschlägigen Aquaristikgeschäften der ein oder andere solitäre Stein erstehen, der aufgrund seiner Größe und Struktur sich viel besser ins im Aufbau befindliche Riff platzieren lässt.

Zumal nicht von Anfang an der Tierbesatz in voller Stärke eingesetzt wird, kann auch hier das Riff regelrecht mitwachsen.

WICHTIG: es ist immer wieder zu beobachten, dass die "Konkurenz" "lebende" Steine aus Beckenauflösungen für kleines Geld aufkauft und als normals Lebendgestein teurer anbietet, als unser frisch Importiertes. Man erkennt oft altes Lebendgestein aus Beckenauflösungen an ihrem Bewuchs mit Glasrosen, Krustenanemonen u. äh.. Diese kommen bei Steinen frisch aus dem Riff nie vor, bzw. wären nur in den seltensten Fällen mal vereinzelt zu finden. Die Meinung, dass man sich keine Plagen mit LS (Lebendgestein) ins Becken holen will, ist meist auf den Kauf alter Steine zurückzuführen.

Gilt auch für Altgestein aus Beckenauflösungen ungepflegter solcher..

Für den Bodengrund eignet sich grober Korallensand - bei grabenden Fischen wie Grundeln oder bei im Sand schlafenden Lippfischen sollte  der Sand allerdings nicht zu grob sein.

Neuerdings wird lebender Sand angeboten, der in eingeschweissten Tüten mit Wasser und einem bakterienkonsevierenden Zusatz angeboten wird. Dieser Sand ist recht hell und feinkörnig. Aber Achtung: Schnecken die in diesen weichen Sand fallen oder auch Korallen,  können schaden nehmen.

Die Stärke des Bodengrundes darf  im normalen System ruhig 2-3 cm betragen.

 


   

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Salz + Wasser + Systeme:

Nicht zu vergessen - Salz und Wasser ist Leben!

Zumindest bei uns im Riff.

Gute Salzmischungen sind heutzutage in vielen Salzmischungen zu finden. Man mischt sie unter Beachtung des Dichteverhältnisses ins Wasser und - fertig.

Ein Tipp: erfolgreiche  Korallenriffaquarianer nehmen für den Wasserwechsel verschiedene Salzmarken im reglmässigen Wechsel. Hierdurch wird der Spurenelementehaushalt der verschiedenen Marken ausgeglichen. Wer nach langer Verwendung von nur einer Salzmarke einmal diese wechselt, wird ein sprichwörtliches Aufatmen der Organismen bemerken -selbst das Wasser scheint klarer zu sein. Das relativiert sich natürlich nach einiger Zeit, da das Wasser dann gleichbleibend auf hohem Niveau gehalten wird. Höchstes die Zugabe von Spurenelementen wird einen weiteren Einfluss auf die Wasserqualität haben. Aber auch hier gilt wie bei der Salzsorte: regelmäßig im Wechsel verschiedene Produkte verwenden!

Ob Osmosewasser oder normales Kranwasser genommen werden kann ist abhängig von der Qualität des gelieferten Trinkwassers. Hier in Dormund weist es verhätnismässig geringe Konzentrationen an ungewünschten Bestandteilen auf, so- dass wir es für das Auffüllen von verdunstetem Wasser direkt verwenden.

Wasser zum Wasserwechsel wird allerdings aus der Osmoseanlage genommen. Hier kann das frisch angesetzte Salz nach der Klärung im Eimer direkt ins Becken gegeben werden. 'Reifenlassen' des Wassers, wie in früheren Tagen notwendig, braucht heute aufgrund der guten Salzqualitäten nicht mehr vorgenommen werden.

Auch hat der früher ungeliebte und oftmals für überflüssig gehaltene Wasserwechsel wieder an Bedeutung gewonnen. Erfolgreiche Riffbeckenbetreiber  arbeiten mit Wasserwechseln von bis zu 30% im Monat. (und haben einen Fischbesatz der sich nur in Pfund und Kilogramm ausdrücken lässt !)

So manches viel diskutiertes "System" erweist sich bei genauerem hinsehen  nur  mit großen,  40% -60%igen ! Wasserwechseln als funktionsfähig.....wobei sich für mich immer die Frage anschließt: klappts wegen des Systems oder wegen der großvolumigen, wöchentlichen Wasserwechsel ? ( schmunzel....!)

Wer daran glaubt.........wobei es auch neuerding, bzw seit geraumer Zeit auch Systeme gibt, die m. E. auf das altbekannte "Balling-System" - genannt nach dem "Erfinder" des selben (Hans-Werner-Balling) - zurückgreifen.

Z. B. die ATI-Essentials oder die Tritonmethode.

Die Zugabe von insbesondere Calcium(chlorid) und Natriumhydrogencarbonat zur Stabilisierung des Calziunhaushalts bzw. der Karbonathärte, ergänzt mit einer NACL-freien Mineralsalzlösung zur Vermeidung von "Ionenverschiebungen" und Zuführung von Spurenelementen hat beste Ergebnisse erzielt. Bislang aber immer in Verbindung mit regelmäßiger Teil-Wasserwechseln.

Die oben genannten "neuen" Systeme arbeiten ähnlich,  mit  täglicher Zugabe - allerdings auch mit täglicher Entnahme von Altwasser entsprechend der zugeführten neuen Menge.

Wer das beim Ballingsystem auch so praktiziert hat gleiche Ergebnisse und vermeidet die bislang üblichen gewesenen wöchentlichen Teil-Wasserwechsel.

Trotzdem wird man auch bei der Nutzung von Systemen in der Regel positive Auswirkungen durch ab und zu durchgeführte größere Wasserwechsel feststellen. Polypen sind weiter expandiert und das Wasser wirkt irgendwie klarer.

Wer trotzt System mit z. B. farblichen oder auch wachstumsbedingten Ergebnissen nicht zufrieden ist, kann selbstverständlich mit VORSICHTIGEN Spurenelementezugaben versuchen, Gutes zu tun.


   

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( Spuren-) Elemente:

Sind in den Salzmischungen ausreichend enthalten und brauchen bei Besatz mit Weich-, Lederkorallen, Krusten-, Scheibenanemonen, Hornkorallen usw. nicht unbedingt nachdosiert werden. Auch ist das Zugeben von Spurenelementen bei einem nur kleinen Bestand an kleinen Ablegern von Steinkorallen kaum notwendig.

Hier richtet vieles der Wasserwechsel.

Erst bei einigermassen grösseren Stöcken in entsprechender Anzahl ist ein vorsichtiges Zudosieren eine sinnvolle Ergänzung der verbrauchten Elemente - oder aber bei nur wenig vorgenommenen, kleinen Wasserwechseln.

Beim Einsatz von Spurenelementen sollte der Wahlspruch gelten: Viel hilft weniger. Durch Spuris lassen sich nicht mit Gewalt Farben in die Korallen bringen. Vieleicht sind Röhren und Brenner ausgelutscht oder die LED bringt nicht notwendige Spectren oder auch die Beleuchtungszeit ist zu gering.

An die für sein Becken notwendige Höhe der Zugabemenge muss sich jeder selbst herantasten. Die Angaben auf den Produkten dienen lediglich als Anhaltspunkt für vielleicht mittelmäßig mit Korallen besetzte Becken.

Wer nur einen kleinen Korallenbesatz zu Anfang hat benötigt immer weniger - das mit großen Stöcken zugewachsene Becken ggfls. die doppelte Menge.

Die zur heutigen Zeit vielfache Meinung der NULL-Nitrat /Phosphatwerte- Philosophie in Steinkorallenriffbecken geht oftmals mit dem Eingehen von Korallen aufgrund von Verhungern einher und ist eine Gratwanderung zwischen Erfolg und Absturz.

Die Steinkoralle frisst sich bei entsprechendem Mangel selbst auf, wird heller, verliert Farbe und Gewebe und ist kaum noch zu retten. Hier kann versucht werden, betreffende Stöcke in dunklere Zonen des Beckens zu verbringen. 

In solchen NULL-Systemen wird dann mittels Staubfutter und flüssigen Indigrenzien versucht, Mangelerscheinungen an den  Korallen vorzubeugen.

Das soll nicht bedeuten, dass wir nun Mengen von 50 - 60 mg Nitrat anhäufen, aber Werte von 10 mg NO3 und 0,1 mg PO4 sollten uns überhaupt nicht beunruhigen. Auch wird eine Algenplage nicht durch diese geringen Belastungswerte ausgelöst.

Wir fahren in unserer Anlage ca. 2 - 3 mg No3 und o,o2 mg Po4. Allerdings ist bei diesen geringen Werten die tägliche Nährstoffzufuhr sicher zu stellen.

Viele Aquarien, die wir im Laufe der Jahre gesehen haben, sind die mit sehr starkem Fischbesatz, geringen Nitrat- und Phospatwerten in Verbindung mit regelmäßigen, grösseren Wasserwechseln - die bis zu 30% im Monat ausmachen können - die farbenprächtigsten gewesen.  

Ein wenig Nahrung im Kühlschrank ist auch für uns immer beruhigend für die Nerven!

Ein Tipp: Auch hier gilt wie bei der Salzsorte: regelmäßig im Wechsel verschiedene Produkte verwenden! ( Das sagen wir, obwohl wir eine eigene Spurenelementzusammenstellung produzieren und verkaufen!!!)

   

   

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Das 'Einfahren':

Nun, gehört mit zu den schwierigsten Phasen, die ein werdender Riffaquarianer zu überstehen hat.

Nein, nicht wegen der auftretenden Probleme am/im Aquarium selbst, sondern in der Schwierigkeit, sich in Geduld zu üben.

Ein Riffbecken ist ein auf lange Dauer angelegtes, geschlossenes Biotop, bei dem es auf Schnelligkeit und schnellen Besatz nicht ankommt, sondern eher hinderlich ist im Aufbau eines gut funktionierenden Systems.

Einfahren bedeutet eigentlich nichts anderes, als dem Becken Zeit zu geben, sich auf die jeweiligen, beckenspezifischen Gegebenheiten einzustellen

Das Einfahren geht vielfach einher mit diversen Algenplagen, von Schmier-  und Kieselalgen über Fadenalgen und ähnlich unangenehmen Arten wie die  Bryopsis- (Algen) oder auch Beläge von Cyanobakterien.

Was nicht unbedingt bedeutet, dass diese Einfahrplagen alle der Reihe nach auftauchen.

Bei angemessener, ruhiger Vorgehensweise mit einer ausreichend großen Menge an gutem Lebendgestein, bleibt man oft davon verschont, allenfalls werden Schmieralgenartige auftauchen, die aber nach 14 Tagen wieder verschwunden sein dürften.

Der Besatz mit Tieren geht über Einsiedlerkrebse als Vorbeugung gegen Fadenalgen über einige Garnelen und den ersten Weich- Lederkorallen, Krustenanemonen usw.

Fische sollten erst dazugesetzt werden, wenn die Korallen gut gedeihen .

So braucht es bis zu diesem Zeitpunkt schon gute 3 Monate, um eine stabile Ausgangsbasis für die nächsten Jahre zu erreichen.

 


   

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Die Calciumversorgung:

ist - zumindest bei Steinkorallenbecken - eine Grundvoraussetzung zum Erfolg.

Aber auch beim Becken mit Weich- und Lederkorallen hilft der ordentliche Ca-Gehalt zur Stabilisierung des Milieus und gleichmässigen PH-Werten.

Die Möglichkeiten zur Zugabe von Calcium sind recht vielfältig:

Kalkreaktor - Ca-Hydroxid-Mischer - Ca-Zugabe nach Balling - diverse Fertigprodukte in flüssiger oder fester Form.

Nutzbar sind alle, wobei die Grösse des Beckens bei den Überlegungen einzubeziehen ist.

A) Der Kalkreaktor

Der allgemein übliche Kalkreaktor ist m.E. die einfachste Art in Bezug auf Arbeitsanfall. Einmalgefüllt und richtig eingestellt sowie mit PH-Steuerung und Magnetventil arbeitet er solange, bis die CO2-Flasche leer ist.

Gefüllt mit Korallenbruch (grob) und einem Zusatz von Magnesium-Pro von der Fa. GrohTech versorgt er das Becken auch noch gleichmässig und ausreichend mit Magnesium.

Alternativ zu Korallenbruch können auch 'künstliche' Granulate genommen werden ,jedoch ist der Korallenbruch von seiner Löslichkeit unübertroffen.

Es wird Ihm zwar angelastet, je nach Herkunftsgebiet mit mehr oder weniger PO4 belastet zu sein und es somit zum Eintrag von Phosphaten kommt. Zusammenhänge von Algenplagen mit dem Einsatz von Korallenbruch im Reaktor haben wir allerdings noch nicht feststellen können.

Im Gegenteil, bei stark bewachsenen Aquarien und geringem Fischbesatz kann ein PO4.Mangel auftreten. Der geringe Eintrag durch den Kalkreaktor kann hier eine wichtige Ergänzung zum sich in diesen Becken schnell verbrauchen- dem PO4 sein.

Wir nutzen den Kalkreaktor auf der Farm mit Korallenbruch und MG-Pro.

B)

der Ca-Hydroxid-Mischer 

brauchbar und als erste Möglichkeit der Calciumversorgung  (mit Ca-Hydroxid schon in den 80ger Jahren von Peter Wilkens, einem der Wegbereiter der Korallenhaltung, genutzt) Hier allerdings in der Form des Wasserkanisters mit ein paar Esslöffeln Ca-Hydroxit zur Vermischung und dem Einbringen des klaren, aufgekalkten Wassers nach der Absetzphase.

Gleiches Prinzip wird im Kalkmischer angewandt, allerdings in einer recht  arbeitssparenden Version. 

Das Kalkwasser hat den Nebeneffekt, PO4 auszufällen und hilft somit, einer Anreicherung von Phosphaten vorzubeugen. Das ausgefällte Phosphat lagert sich zumindest teilweise in der Dekoration an und soll - so sagt man - Wegbereiter von Fadenalgenplagen sein. Hier ist von uns anzumerken, dass wir auch bei Becken ohne Kalkwasserzugaben Fadenalgenplagen beobachtet haben.

Wir nutzen den Kalkmischer in Form des Nachfüllens von verdunstetem Wasser und zur gleichzeitigen Aufkalkung und Phosphatfällung. Jedoch nur noch mit einmaliger Füllung mit Ca-Hydroxid pro Woche. Ist spätestens nach 2-3 Tagen verbraucht. Danach wird nur noch Wasser durch das ausreagierte kalksubstrat gepumpt - bis zur nächsten Ca-Hydroxidzugabe.

C)....nach Balling

....von Hans-Werner Balling erfunden.

Calciumclorid und Natriumhydrogencarbonat im richtigen Mischungsverhältnis dem Wasser meist täglich zugegeben und ist auch eine sehr effektive Möglichkeit des Calciumeintrages. Etwas umständlich ist die Handhabung mit den notwendigen Aufbewahrungsbehältern und das regelmässige Neuanmischen der Lösung. Die Dosierung lässt sich jedoch über entsprechende Pumpen einfach gestalten.

Wir geben täglich in der umständlichen Kanisterzugabe einen Teil des verbrauchten Calciums dazu.

Zur Berechnung schaue auch auf diverse "Salz-/Ballingrechner" im Internet.

Eine weiter entwickelte Methode ist die  Balling Light® nach . Hier wird auf das Minaralsalz verzichtet und über eine abgestimmte Zugabe von Spurenelementen die Mineralzugabe gesteuert.

D) Fertigprodukte

Es verbleiben somit noch die Fertigprodukte diverser Firmen, die alle recht teuer sind und höchstens in kleinen Becken zur kostenüberschaubaren Anwendung sinnvoll sind.


   

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Der Besatz:

Nun, es gibt eine unendliche Bandbreite von Möglichkeiten des Besatzes mit Fischen, Korallen und anderen niederen Tieren.

Und genau vor diesem Problem steht der Beginner, der aufgrund der Vielfältigkeit bald nicht mehr weiß, was er gerne hätte und oft wird nach der Rat von geschäfttüchtigen Händlern befolgt. Der oft selbst dem blutigsten Anfänger ohne Achselzucken Tiere verkauft, die selbst der Profi kaum halten kann.

Fast möchte man sagen, das je bunter und flippiger Tiere aussehen, auch der Schwierigkeitsgrad in der Haltung hoch angesetzt ist.

Mag es der allbekannte Pinzettefisch sein oder die rotweiße Weichkoralle. Der Anfänger möchte den Traum  einer  bunten Mischung tropischer Riffe sofort besitzen.

Das Aufwachen erfolgt erst viel später, oft nach soviel Frust und Fehlschlägen, dass Derjenige für immer der Riffaquaristik verloren geht. Über die Anzahl von Verlusten an Tieren, die so zusammen kommt, darf man kaum nachdenken. Den Tiere sind wir es schuldig, behutsam und vorsichtig an den Aufbau des kleinen Riffausschnittes zu gehen.

Allerdings gibt es auch Geduldige, die sich selbst viel mit den Grundlagen der Meeresaquaristik befasst haben, bevor das erste Becken bestellt und eingerichtet wird. Der Konsum ausreichender Literatur muss Grundvoraussetzung sein. So sollte nicht nur ein preiswertes Büchlein, sondern auch qualitativ teure Fachbücher  angeschafft werden, um einen vielfachen Überblick über oft unterschiedliche Meinungen von Autoren zu erhalten.

Oder durch Nutzung des Internetzes sich zusätzlich zu informieren.

Nur so ist man etwas gegen zu forsche ‚Fischeverkäufer’ in unseren Zoofachgeschäften gewappnet. Und da einem oft der eigene Wunsch kräftig bestätigt wird, werden alle Bedenken über Board geworfen – erst die Bedenken, dann ein paar Tage später das Tier ins Klo.

Dass darf  so nicht  sein!

Genug philosophiert und hoffentlich wachgerüttelt. Wie aber kann der Erstbesatz eines

Anfängerbeckens aussehen?

Nach dem Einbringen des Lebendgesteins und dem Funktionieren der Technik braucht das Becken einige Wochen, um seine biologische und chemische Stabilität zu finden.

Während dieser Zeit kann man sich das Messen der wichtigen Wasserparameter aneignen, die Bedienung des Abschäumers, Kalkreaktors und ähnlicher Bauteile.

Oft sind auch in den ersten Wochen die üblichen Plagen wie Schmieralgen, Cyanobakterien, Fadenalgen u. äh. im Anmarsch und stellen die Geduld des Aquarianers auf die Probe.

Mit einem guten  Lebendgestein kommen nebenbei auch bereits viele Bewohner ins Becken, von denen man nichts erahnte. Seien es Krabben und Krebse, Borstenwürmer und Schnecken, manche Algenart, Schwämme, Seescheiden  und evtl. die ein oder andere Krustenanemone oder sonstige Korallenart, die den Transport und die erste Zeit der Hälterung überstanden haben.

Für den interessierten Betrachter gibt’s also schon viel zu entdecken und man kommt gut über die ersten fischlosen Wochen hinweg.

Als separate Zukäufe können so nach und nach kleine, aufwuchsfressende Einsiedlerkrebse, Schnecken oder auch hart im nehmende Lederkorallen dazugesetzt werden.

Ein guter Besatz an solchen ist schon die halbe Miete des Haltungserfolges mit Fischen.

Wasser und Korallenpflege bedeutet automatische bestes Wasser zur Gesunderhaltung unserer flossigen Freunde.

An Fischen bitte solche Arten wählen, die auch mal miese Wasserwerte erdulden, ohne gleich mit Pünktchenkrankheiten darauf zu reagieren.

Selbst wenn es der gelbe Doktorfisch als Erstbesatz ist, den ja hunderte anderer Beckenbesitzer auch pflegen und den man eigentlich überhaupt nicht haben wollte...

Aber besser ein lebenden Allerweltsfisch, gesund und munter, als Fischleichen hochkomplizierter Tiere, die den aquaristischen Werdegang bepflastern.

Für heikle Tiere ist immer noch Zeit genug, denn das Riffbecken wird ja nicht für den Augenblick, sondern für eine oft Jahrzehnte dauernde Liebhaberei aufgebaut.

Und vor dem Erfolg ist auch in der Aquaristik der Schweiß gesetzt.

Von selbst ergibt sich nix.                                                   

Oft wird gefragt: bleiben die denn in unserem Becken genauso farbig? Nun, darauf lässt sich fast keine Antwort geben....!

Es sei, dass man das evtl. Nachlassen der Farben zum Anlass nimmt, an seinem System zu arbeiten um die Bedingungen so zu verbessern, dass die Korallen wieder in ihrer natürlich Färbung erstrahlen.

Merke: es liegt nicht an den Korallen, wenn sie ihre Farbigkeit verlieren...!


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Die Pflege:

Nun, der beste Tipp hierzu: Hände aus'm Becken lassen!

Wer einmal nach 14 Tagen Urlaub zum ersten mal wieder in sein Becken schaut - nachdem er ein Guckloch in den Algenbelag der Scheibe geputzt hat - wird staunen, wie toll die Korallen stehen. Und das, obwohl  der Urlaubspfleger nur das Notwendigste gemacht hat. Vor allem: er hat nicht ständig im Becken herumgefummelt .

Von 'Unfällen', hervorgerufen durch die Unwissenheit des Pflegers einmal abgesehen, hat auch das Becken Urlaub vom übereifrigen Besitzer genommen.

Ständiges Arbeiten im Becken und auch permanentes Verändern von Wasserparametern bringt den Korallen und Fischen Stress.

Das kann soweit gehen, dass trotzt bester Parameter die Korallen kaum richtig aufgehen und Farben sich nicht  entwickeln wollen.

Aber was gehört nun zur sorgfältigen Mindestpflege?

1. Bei stark mit Fischen besetzten Becken regelmässig 2 x die Woche den Schaumzopf des Abschäumers leeren und säubern. Bei  Becken mit geringem Fischbesatz genügt meist der wöchentliche Reinigungsintervall . Warmes Wasser löst hier auch die fettigsten Beläge.

2. Scheibenreinigen nach Bedarf - möglicht mit Magnetreiniger oder solche mit Stiel, um nicht mit dem ganzen Arm hinein zu müssen.

3. Kontrolle der wichtigsten Wasserwerte:

NO3, PO4, MG, CA, KH  sowie Temperatur, PH-Wert und Dichte. Wobei letztere nicht unbedingt wöchentlich kontrolliert werden muss, da evtl. Schwankungen durch Ausdünnung oder Konzentration durch langsames Verändern in gewissem Umfang gut toleriert wird.

Gewarnt werden muss hier entschieden vor Messungen der Dichte/ Salinität mit Refraktometern in einschlägigen Zoofachgeschäften. Hier wird oftmals durch "Massenmessungen" bei Kunden, kein Wert auf exakte´s Handling des Gerätes gelegt (aus Unwissenheit oder Zeitdruck bleibt dahingestellt) und Fehlmessungen sind an der Tagesordnung.  

Nicht auszudenken die Katastrophe, wenn der Kunde auf das Messvertrauen seines Händlers blauäugig entweder zuviel Salz dem Becken zugibt oder die Dichte verringert!

( Das gilt m. E. auch für andere Messungen. Man sollte alles selbst durchführen und sich hier nicht komplett auf Fremdmessungen verlassen. Höchstens die Zweitmessung eines anderen zur Bestätigung der eigenermittelten Werte ist sinnvoll! )

Die großen Aerometer von Tropic Marin und JBL sind hervorragende, präzise Instrumente, die allen Anforderungen der Dichtemessung unseres Hobbys genügen.

Selbstverständlich sind  mit einem Refraktometer supergenaue Werte zu ermitteln, aber es ist auf äusserste Sauberkeit des Gerätes und dessen öfters zu wieder- holende Eichung zu achten. Solches ist während eines Geschäftsbetriebes mit vielen Kunden dem dann überforderten Fachverkäufer kaum zuzumuten.

Dem erfahrenen Aquarianer genügt oft nur der tägliche Blick ins Becken, um zu erkennen, ob irgend etwas nicht stimmt. Allerdings hat die Messkontrolle den Vorteil, schon vorher feststellen zu können, welcher Wert sich verändert und somit rechtzeitig gegensteuern zu können.

Der Anfänger tut gut daran, durch häufiges Messen sich diese Fertigkeit anzueignen. Der Effekt ist neben dem Erlernen auch die Verbindung zwischen veränderten Wasserwerten und dem Zustand der Korallen erkennen zu können

4) Falls ein Schnellfilter zur Entfernung von Schwebstoffen genutzt wird, ist die Filterpatrone alle paar Tage zu säubern/erneuern, bevor unangenehme Abbauprozesse beginnen, die dem Wasser nur schaden.

5) Spurenelemente regelmässig dosieren. Wer eine Dosieranlage besitzt, ist hier klar im Vorteil.

6) Funktionsfähigkeit der Geräte im Auge behalten.

7) Wasserwechsel wöchentlich oder spätestens 14-täglich. Um so gleichmäßiger bleiben die Bedingungen des Wassers für unsere Korallen.  Dabei darf ruhig 10 bis 20 % pro Monat gewechselt werden. Was auf der einen Seite an Kosten für Salz entsteht, wird auf der anderen an Spurenelemtedosierung wieder eingespart. Durch Wasserwechsel werden aber auch ungeliebte Stoffe  aus dem Becken entfernt - sozusagen doppelter Nutzen.

   
   

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Weiterbildung...

geschieht in der Hauptsache durch lesen von Literatur .

Auch in der Riffaquaristik.

In den letzten zwei Jahrzehnte hat sich der Umfang der zur Verfügung stehenden Literatur vervielfältigt. Dazu kommen noch ungezählte Internetseiten mit einem Megawissen an privaten Erfahrungen in den diversen Riffaquarien sowie zahlreiche Meeresaquaristikmagazine.

Nun, wie soll der ungetrübte Beginner nun wissen, was der richtige Weg zur erfolgreichen Riffaquaristik ist?!

Hoffentlich zieht er als ersten Schluss die Erkenntnis: jedes Becken verhält sich scheinbar anders und schon ist er auf dem richtigen Wege. Nichts ist statisch und Erfahrungen der ersten Meerwasserjahrzehnte, der sechziger/siebziger Jahre,  haben sich langläufig erneuert und ergänzt.

Vielfach wurde - und wird auch immer noch - beim Verfassen neuer, so genannter "Standartwerke", aus alten Büchern kritiklos abgeschrieben und ein neues Buch wird schon vor dem herausgeben als 'das neue Standartwerk der Meeresaquaristik' angepriesen. Ob es auch solchen Ansprüchen, die sich m. E. erst im Laufe von Jahren erwerben lassen, gerecht werden, mag dahingestellt sein - was zählt, ist der Umsatz.

Wie aber soll der ungeübte Laie erkennen können, ob ein Buch nun lesenswert ist oder nicht? Eine Frage, die sich nicht nur in unserem Hobby stellt. Eine Antwort darauf will ich hier nicht geben, rate aber dazu, sich vielfältig mit Literatur einzudecken, um durch eigene Vergleiche eine Auswahl zu finden.

Das Internet ist hier mit seiner bunten  Forenlandschaft  eine hilfreiche Einrichtung und sollte von allen genutzt werden. Neueste Entwicklungen werden hier schon vor jedweder Veröffentlichung in Büchern oder Zeitschriften diskutiert und die Mitgliedschaft in einem Forum bringt dem Nutzer Rat zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Aber bitte nicht jeder Neuerung und jedem Rat sofort hinterherlaufen. Schon oft hat sich gezeigt, daß nach erfolglosen Testläufen in unseren heimischen Aquarien, Produkte sang- und klanglos wieder verschwinden. Der Schaden aber bleibt bei uns und unseren Pfleglingen. 

 

 

 

   

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Interessantes (unserer Meinung nach....)

Platygyra sp.--- das linke Bild zeigt die Koralle während der Nachtstunden mit ihren unzähligen Kampftentakel, die sie wie ein Pelz umgeben. Das rechte Bild dieselbe Koralle tagsüber - als wäre nichts gewesen....

Hieraus wird deutlich, dass immer ein ausreichender ( 10 - 15 cm ) Sicherheitsabstand zu Nachbarkorallen eingehalten werden muss.

....in der Nacht.                                                am Tage.....

         

Da fragt man sich, was das wohl sein könnte... Nun, eine Rippenqualle auf der Scheibe sitzend von der Rückseite fotografiert.

 

A. ocellaris-Kinderstube in einer Kupferanemone ( Entacmaea quadricolor ) im  Blumentopf aufgrund eines nicht mehr vorhandenen Fusses.  Infolge eines Pumpeneinsaugunfalls haben sich Reste der geschädigten Anemone regeneriert, allerdings ohne Fuss auszubilden. die Anemone ist somit auf die Prothese Blumentopf angewiesen.

 

 


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